Ob digital oder analog, kein Thema stößt vordergründig auf so viel Selbstverständnis, Kopfnicken und Akzeptanz – und hintergründig auf Widerstand. Sich neu zu erfinden, gehört heute zum guten Ton eines Unternehmens. Management, Beratungen, IT-Experten, Marketeers, Agenturen, alle dürfen mit sprinten. Jeder ist holistisch unterwegs, agil und natürlich authentisch. Doch jede einzelne Expertise ist nur eine Facette der Herausforderung. Ein Sprichwort besagt: Wenn mein einziges Werkzeug ein Hammer ist, so wird jedes Problem zum Nagel. Viel Schlaues wird gesagt, wenig nachhaltig umgesetzt. Auch wenn die digitale Revolution in der Regel mit Post-its beginnt, Innovation ist kein Workshop. Die Quote erfolgreicher Digitalisierungsprojekte ist ernüchternd gering. Veränderung will nicht nur schnell gemacht werden, sondern richtig, denn dazwischen liegen Welten. Transformationsprozesse fußen immer auf der bestehenden Unternehmenskultur und diese prägt ausnahmslos alles. Vom Briefing bis zum Ergebnis, vom Umfang bis zur Tiefe der gewünschten Veränderung. Es ist also naheliegend externe Kräfte zurate zu ziehen und darauf zu vertrauen, dass alles in guter Hand ist. Schließlich kann man neue Probleme schlecht mit altem Denken lösen. Im besten Fall sind Wunsch und Wirklichkeit nicht unvereinbar und die Ergebnis-Verantwortung wird im Unternehmen gelebt und nicht auf die Berater abgewälzt. Alle Maßnahmen werden zentral geführt, wirken zusammen und interne und externe Faktoren werden differenziert bewertet. Nicht selten begegnet uns zu Beginn eines Positionierungsprozesses eine Vielzahl von Analysen, Studien und Marktforschungsergebnissen, die in allen Facetten den Status Quo beschreiben. Was das aus Sicht der Unternehmen konkret bedeuten und welche Konsequenzen sich daraus ableiten lassen, bleibt allzu oft unklar. Wenn diese Differenzierungsfähigkeit fehlt, folgt schnell die Fokusverlagerung auf die Außenwelt.